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Hans "Hane" Ernst: Nachruf auf einen, der viel zu früh ging

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Ich hätte mir gewünscht, das hier nie schreiben zu müssen. Dabei sollte es einem ehemaligen Redakteur doch eigentlich möglich sein, auch angesichts des Unvorstellbaren noch halbwegs passable Sätze zu formulieren, aber die über alle Maßen schockierende Nachricht von Hanes plötzlichem Tod macht mich einfach nur fassungslos und stumm – ich finde buchstäblich keine Worte, spüre nur grenzenlose Trauer um einen der sympathischsten Menschen, denen zu begegnen ich in meinem bisherigen Leben das Glück hatte.


Jedes Mal, wenn ich ihn traf, hat mich seine überaus umgängliche Art und die positive Aura, die er ausstrahlte, aufs Neue beeindruckt. Ich habe Hane als Musiker wie auch als Menschen sehr geschätzt, solch warmherzige Persönlichkeiten wie ihn gibt es in diesen dunklen Zeiten leider nur noch wenige. Was bleibt, ist das Gefühl der Dankbarkeit, ihn gekannt zu haben, und die Erinnerung an all die schönen Momente mit ihm on- und offstage.

 

Wir BluesKojoten widmen seiner Familie in diesen schweren Tagen all unsere Gedanken in der Hoffnung, dass sie sich in ihrem Schmerz gegenseitig jener Halt sein kann, dessen es nun mehr denn je bedarf. Wir fühlen und trauern mit euch.

Andy Kletzin im Namen aller BluesKojoten

Zur Info: DER ERNST DES LEBENS um Songwriter Hans „Hane“ Ernst stand für knackigen Mundart-Rock´n´Roll mit bayerischen Texten, zwei bis drei Gitarren, Bass und Schlagzeug. Und dem typischen Augenzwinkern, denn EDL nahm nichts so ernst, wie es war. Die Rock´n´Roll-Combo entstand 1987 in Amberg und sah sich selbst gern als Oberpfälzer Reinkarnation der GEORGIA SATELLITES. Mit dieser US-Band verband sie die Vorliebe für Gitarren-Rock mit einem Schuss Blues und einer Prise Country. Nur dass EDL nicht von staubigen Landstraßen sang, sondern über die lokale B 14. Oder über „alte Rock´n´Roller“ (Titel einer EDL-CD), den „Herr Ober“ oder schlicht und bitterbös „Es lebe die Oberpfalz“.

Anders als viele andere Deutsch-Rocker kam die Formation in ihren Songs ohne moralischen Zeigefinger aus. Erlaubt ist, was rockt: Diese Devise führte die Band vom legendären Anti-WAA-Festival in Burglengenfeld bis ins Vorprogramm der SPIDER MURPHY GANG oder von „Isar-Indianer“ Willy Michl, der EDL als „Super Bluesband“ adelte. Seit 2012 spielte EDL zudem mehrmals im Vorprogramm von Band-Hero Dan Baird (Ex-GEORGIA SATELLITES) und seiner neuen Formation HOMEMADE SIN.

EDL-Leader Hane Ernst half dem heutigen BluesKojoten Andy Ende der Achtziger zudem, seinen großen Traum zu verwirklichen: In seiner Retro-Rock'n'Roll-Formation RANDY ANDY & THE PATCH fungierte der Drummer nämlich das erste und einzige Mal als reiner Leadsänger (das Schlagzeug bediente damals Michael "Tom" Thoma, hauptamtlich bei der Amberger Formation BOURBON). Für zwei Gigs lieh sich die Band bei der SPIDER MURPHY GANG ihren Gitarren-Derwisch Barney Murphy, den "Chuck Berry von Schwabing", als prominente Verstärkung aus. Dabei entstand auch dieses Foto von Hane und Andy:   

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